"Es ist die Summe der einzelnen Schritte, die dich an dein Ziel bringt."

Dein Darm

„Der Tod sitzt im Darm“ Hippokrates.

Ein ebenfalls grandioses Zitat von einem schlauen Menschen, dass ich auch gerne wieder etwas erläutern möchte. In diesem Satz ist der Fokus der Aussage eher negativer Natur. Denn der Tod ist für die meisten Menschen nichts, was sie als Untermieter in ihrem Darm haben möchten. Was dieser Spruch meint, ist, dass viele gesundheitlichen Probleme hier ihren Ursprung haben. Wir haben auf Grund des enormen Einflusses unseres Darmes auf unsere Gesundheit aber auch die Möglichkeit, hier viel Positives zu bewirken. Warum hat der Darm nun so viel Macht auf uns? Dies liegt in vielen verschiedenen Dingen begründet. Zum einen ist unser Magendarmtrakt hinsichtlich seiner Oberfläche einfach riesengroß. Von oben bis unten kommt der Gastrointestinaltrakt auf eine stolze Fläche von 400-500 m². Je nach individueller Größe. Das ist somit das größte Organ und vor allem auch die größte Grenzfläche zur Außenwelt. Auch wenn uns dies nicht bewusst ist, denn schließlich liegt diese „Außenschicht“ ja in uns verborgen. Auf Grund der Tatsache, dass unser Darm für die lebensnotwendige Verdauung und Aufnahme unserer Nahrung zuständig ist und uns gleichzeitig vor pathogenen Erregern schützen muss, besitzt er eine besondere Ausstattung. Die Nahrung war zeitlebens für unsere Vorfahren immer eine große Gefahr. Denn schließlich kamen auf diesem Weg viele böse Bakterien und Viren in unseren Organismus. Da der Körper von der Nährstoffaufnahme abhängig ist und dadurch eine gewisse Permeabilität, sprich Durchlässigkeit, besitzen muss, hat der Körper andere Strategien gefunden, um nicht permanent pathogenen Erregern als Hotel zu dienen. Es wundert an dieser Stelle nicht, dass 80 % unseres Immunsystems hier im Darm ihre Hauptarbeitszeit verbringt. Darüber hinaus lebt der Mensch seit jeher mit physiologischen und gesunden Bakterien zusammen unter einem Dach: unserem Darmmikrobiom oder auch Darmflora. Durch eine hohe Diversität, also viele, viele unterschiedliche Bakterien „guten“ Ursprungs, können wir verhindern, dass sich pathogene und krankheitsbringende Keime ansiedeln können. Des Weiteren haben die guten Bakterien auch einen trainierenden Effekt auf unser Immunsystem. Die unterschiedlichen Bakterien bewirken in unserem Darm unterschiedliche Dinge. Es gibt Bakterien, die beispielsweise für den Erhalt und die Erneuerung der Darmschleimhaut zuständig sind, aber auch kurzkettige Fettsäuren produzieren, die unsere Enterozyten (Epithelzellen des Darms) größtenteils ernähren. Man könnte auch sagen, dass sich diese Bakterien um eine gute und gesunde Darmschleimhaut kümmern. Wie mikroskopisch kleine Gärtner. Aber diese Bakterien machen noch mehr. Sie produzieren viele Stoffe, wie z.B. auch das Serotonin, das zu unseren Glückshormonen zählt. Der Löwenanteil unseres Serotonins wird sogar hier im Darm gebildet und auf Grund der Kommunikation via Darm-Hirn-Achse gibt es hier auch einen Austausch mit unserer Hauptzentrale im Kopf. Dies ist aber nur ein „Stöffchen“, was uns im Denken und Fühlen beeinflusst. Vor allem eine Dysbiose, also eine Fehlbesiedlung des Darms, kann sich hier sehr deutlich zeigen. Fäulnisbakterien, die sich gerne mal auf Grund von zu wenig Ballaststoffen und zu viel Eiweiß, Malabsorption oder entzündlichen Prozessen im Darm stark vermehren, produzieren Stoffe wie biogene Amine z.B. Histamin, was im Körper eine Vielzahl an Problemen auslösen kann. Von Sodbrennen, Magenschmerzen, Darmproblemen, allergischen Problemen bis hin zu Migräne, Kopfschmerzen, Hautproblemen und Extrasystolen. Zu viel Histamin im Körper kann sich unglaublich vielseitig zeigen. Unsere moderne Ernährung mit all ihren künstlichen Inhaltsstoffen ist leider nicht förderlich für unsere „guten“ Gärtner. Auch die Einnahme von Medikamenten insbesondere Antibiotika oder auch der regelmäßige Verzehr von Alkohol zerstört viel von unserer gesunden Darmflora. Neben dem Tod steckt auch das Leben im Darm! Tue deinen fleißigen Mitbewohnern etwas Gutes und pflege sie mit einer artgerechten Ernährung.