"Es ist die Summe der einzelnen Schritte, die dich an dein Ziel bringt."

Deine Bewegung

Unser Körper ist für Bewegung gemacht. Denn die Bewegung hat unser Überleben gesichert. Ein Evolutionsvorteil, der in der heutigen Zeit nicht mehr benötigt wird. Unser Stoffwechsel ist so konzipiert, dass wir eigentlich im nüchternen Zustand unglaublich leistungsfähig sind. Ein voller Kühlschrank gehörte die letzten Millionen Jahre nicht zu unserer Alltagsroutine. Früh morgens, wenn wir aufstehen bzw. sogar noch davor, schüttet unser Körper jeden Morgen eine gute Portion Cortisol aus, was Glukose und freie Fettsäuren mobilisiert. Mit anderen Worten Energie bereit stellt, damit wir auf die Jagd gehen können. Dumm nur, dass wir diese autonome Energiebereitstellung in diesem Maße nicht mehr benötigen. Denn die Brötchen, das Brot oder das Müsli muss nicht erst energieaufwändig gejagt werden. Der Sympathikus, also der autonome Teil unseres Nervensystems, der für die Jagd zuständig war, wird in unserer heutigen Welt nicht mehr artgerecht genutzt. Wir ärgern uns im Straßenverkehr, über unseren Chef, Kollegen oder haben vielfältige andere Probleme, die uns auf die Palme bringen. Das Problem: wir haben aber keine Palme, um uns kletternd abzureagieren. Somit sprudelt oft jede Menge Cortisol durch unsere Blutbahn mit vielen negativen Begleiterscheinungen. Aber kommen wir zurück zu unserem Frühstück. Wir beginnen oft mit einem ungünstigen Stoffwechselreiz durch noch mehr Zucker (wir haben ja bereist genügend Glukose durch unser Cortisol im Blut). Dies muss nicht direkter Zucker aus Marmelade sein, sondern auch schnellverdauliche Kohlenhydrate aus dem Brötchen etc. bewirken einen starken Blutzuckeranstieg. Das bedeutet noch mehr Zucker und Energie im Blut und damit auch viel Insulin aus der Bauchspeicheldrüse, die nun die Energie in unsere Zellen schleust. Der Körper schaltet von einem energiebereitstellenden (katabolen) Zustand um in einen energiespeichernden Modus. Dies zeigt sich auch z.B. in der Hemmung des Fettstoffwechsels. Grundsätzlich schaltet unser Körper nach dem Essen, unabhängig von der Zusammensetzung, um in den Verdauungsmodus. Der Sympathikus gibt das Zepter der Macht an seinen Gegenspieler den Parasympathikus ab. Dies lässt uns in einen Bewegungsmuffel konvertieren. Bewegen wir uns dennoch und erfahren anderen Stress, kommt es schnell zu Sodbrennen oder anderen verdauungsassoziierten Problemen. Essen ist überall verfügbar und so kommt es, dass wir aus dem Verdauungsmodus gar nicht mehr rauskommen. Und aus diesem Modus fällt Sport unglaublich schwer. Vor allem der erste Schritt. Sportliche Menschen, die schon Jahre lang eine sportliche Routine integriert haben, kommen hier wesentlich stoffwechselgesünder durch den Alltag. Für den Anfang ist es wichtig, zu erkennen, dass unser Körper Bewegung benötigt, um gesund zu bleiben. Dies bezieht sich nicht nur auf unseren Bewegungsapparat (Rücken, Hüfte, Knie etc.), sondern auch für unseren gesamten Stoffwechsel. Auch unser Gehirn profitiert von regelmäßiger Bewegung. Was heißt nun regelmäßige Bewegung? Es muss kein kräftezehrender und schweißtreibender Sport sein. Bewegung fängt bei einem Spaziergang an. Jeder Schritt zählt. Und jeder regelmäßige Schritt ist wertvoller als zehn Schritte, die man mal ausnahmsweise tätigt. Neben einer moderaten Ausdauerbelastung wie einem Spaziergang ist auch die Beweglichkeit ein wichtiger Faktor, den man täglich mit minimalen Interventionen pflegen sollten. Denn unser Lebenswandel ist alles andere als artgerecht und von einer größtenteils sitzenden Tätigkeit geprägt. Komm in Bewegung und werde beweglicher. Körperlich und geistig. Werde zufriedener und ausgeglichener. Spüre die Energie, die sich durch eine bessere Stoffwechselgesundheit in dir entfaltet.