"Es ist die Summe der einzelnen Schritte, die dich an dein Ziel bringt."

05.05.2021

Jod?! Reicht es nicht, wenn ich meine Schilddrüsenhormone nehme?

Was weißt du über Jod? 
Vielleicht weißt du einiges darüber und ich könnte noch jede Menge von dir lernen, aber vielleicht hast du dich auch bisher noch nicht sonderlich mit dieser Thematik auseinandergesetzt. Und weil Jod wirklich wichtig für unseren Körper ist, möchte ich dir heute einen kleinen Einblick in dieses Thema geben.

Argument Nummer eins für eine gute Jod-Versorgung:

Jod macht schlau und ist wichtig für deine Gehirnfunktion.

Solltest du diesen Satz nicht verstehen, dann solltest du also unbedingt deinen Jod-Haushalt mal checken lassen bzw. jodreicher essen.

Ich finde dieses Argument schon attraktiv genug, aber ich möchte dir noch mehr zum Jod erzählen. Jod verbinden wir meistens nur mit unserer Schilddrüse. Dabei ist Jod für den ganzen Körper sehr wichtig. Jede Zelle unseres Körpers benötigt Jod. Jod ist an so vielen Prozessen beteiligt, sprich ohne Jod können diese Vorgänge nicht gut funktionieren.

Ich möchte dir ein Bild geben, wie sich eine gute Jodversorgung anfühlen kann:

Deine Haut ist weich und geschmeidig, du fühlst dich aktiv und voller Tatendrang, du bist immer „warm“ und frierst selten, deine Haare sind dicht und wachsen wie der Teufel und du kannst dich hervorragend konzentrieren und bist kognitiv ganz weit vorne.

Nun, das kann sich so anfühlen. Unser Körper ist natürlich von vielen anderen Mikronährstoffen abhängig und die alleinige Versorgung mit Jod reißt etwaige andere Engpässe nicht raus. Grundsätzlich gilt immer:

„Eine Kette nur so stark ist, wie ihr schwächstes Glied“.

Um hier direkt ein schönes Beispiel für wichtige Kooperationspartner im Bereich Schilddrüse zu geben, möchte ich dir zeigen, dass Jod allein nicht reicht. Dein Schilddrüsenhormon, das du vielleicht von deinem Arzt alle drei Monate aufgeschrieben bekommst und dass du immer brav eine halbe Stunde vor dem Frühstück nimmst, besteht letztendlich aus der Aminosäure (das ist ein Eiweißbaustein) Tyrosin und Jod. Dieses Produkt heißt L-Thyroxin oder auch abgekürzt T4. Es ist das inaktive Schilddrüsenhormon unseres Körpers. Normalerweise produziert unser Körper dieses in der Schilddrüse selbst. Vorausgesetzt es ist genug Jod und Tyrosin da. Streng genommen benötigt der Körper auch noch ein paar andere Baustoffe, aber ich will mich mal auf die Wichtigen beschränken. T4 oder L-Thyroxin ist nicht aktiv, das heißt es besitzt noch keine Wirkung. Erst der Umbau zu T3 haucht dem ganzen Leben und Stoffwechselaktivität ein. Für diesen Umbau benötigen wir vor allem Selen. Bei Selenmangel fühlen wir uns trotz „eingestellter Schilddrüsen-Werte“ müde und „stoffwechsellahm“. Auch wichtig für diesen ganzen Prozess ist auch Eisen. Ein Eisenmangel zeigt sich hier ebenfalls bremsend. 

Also, ich will sagen:

Damit dein Stoffwechsel nur im Bereich der Schilddrüse reibungslos funktionieren kann bedarf es an einer ausreichenden Menge an Tyrosin, Jod, Selen und Eisen.

Was ist mit Hashimoto? Da darf man doch auf keinen Fall Jod nehmen, oder?

Erst einmal was ist Hashimoto? Klingt ein bisschen wie ein Gericht beim Japaner. 
Es ist eine Autoimmunerkrankung, bei der der Körper Antikörper gegen die Schilddrüse bastelt, diese angreift und zerstört. Hierbei entzündet sich die Schilddrüse temporär und reagiert in dieser Phase sehr empfindlich auf Jod. Daher sollte in dieser Phase kein Jod in großen Mengen gegeben werden. Die Schilddrüse neigt in dieser Phase oft zu einer Überproduktion. 

Was weiß man über die Ursache dieser Autoimmunreaktion? Wie alle Autoimmunerkrankungen ist auch diese hinsichtlich ihrer Entstehungsursachen nicht hinreichend geklärt. Es gibt jedoch Untersuchungen, die zeigen diverse Voraussetzungen, die eine Hashimoto-Thyreoiditis begünstigen können. So zeigen zum Beispiel viele Patienten geringe Vitamin D Spiegel, einen “löchrigen” Darm (Leaky Gut) und eine schlechte Jod- sowie Selenversorgung. Diese auf den ersten Blick vollkommen unterschiedlichen Merkmale scheinen keinen Sinn zu ergeben.
Es zeigt aber mal wieder, wie komplex unser Körper funktioniert.

Vitamin D ist an vielen, vielen Vorgängen im Körper beteiligt und ist vor allem auch für die „korrekte“ Immunarbeit essentiell. (Wer ist böse und wer nicht)

Viel Gluten (Brötchen, Brot, Nudeln) und andere künstliche Nahrungsbestandteile führen zu einer Erhöhung der Durchlässigkeit der Darmbarriere. Hierdurch entsteht ein chronischer Entzündungsprozess an der Darmschleimhaut, sowie die Aufnahme von zu großen Nahrungsbestandteilen und anderen nicht so schönen Dingen aus deinem „Nahrungsbrei“ ins Blut. Auf dieser Basis entwickelt sich eine „stille Entzündung“. Latent und unbemerkt. Sie aktiviert dummerweise dein Immunsystem und kann eben jene Autoimmunreaktionen triggern.

Auch hier zeigt sich wieder:

Unser Körper ist eine komplexe Vernetzung von Systemen und (Mikronähr-)Stoffen.

Einfach funktioniert einfach nicht.

Oder doch?

Tatsächlich. Eigentlich ist alles ganz einfach. Wir müssen uns „nur“ natürlich und artgerecht ernähren. Denn dann nehmen wir Jod und die ganzen anderen wichtigen Nährstoffe in ihrer natürlichen Matrix auf. Und die Natur weiß was sie tut. Der Mensch hingegen nicht. Meistens zumindest.

Was kannst du tun für deine Jod-Versorgung?

Fisch, Meeresfrüchte und Algen sind gute Jodquellen. 
Ansonsten freut sich dein Körper über viel frisches und regionales Gemüse und Salat, „Gluten-Gedöns“ nur in (kleinen)Maßen, gepaart von viel Bewegung an der frischen Luft, Sonne (in Maßen und ohne zu verbrutzeln) und Vitamin D von Oktober bis April als Nahrungsergänzungsmittel. 

Damit hättest du schon eine wirklich gute Basis geschaffen.

Vielen Dank und bis demnächst.

Deine Marion

Admin - 17:24 @ Ernährung, Mikronährstoffe, Immunsystem | Kommentar hinzufügen