"Es ist die Summe der einzelnen Schritte, die dich an dein Ziel bringt."

07.05.2021

Gute Gewohnheiten, schlechte Gewohnheiten

„Ich seh in dein Herz, sehe gute Zeiten, schlechte Zeiten.
Ein Leben das neu beginnt.
Durch Liebe und Schmerz, wird in guten und in schlechten Zeiten
Dein Schicksaal bestimmt. […]“

Bei meiner heutigen Titelauswahl funkt die Melodie der Reality-Soap „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ durch meinen Kopf. Wobei ich nicht im Bilde darüber bin, ob es die Seifenoper meiner Jugend überhaupt noch gibt.

Wie dem auch sei. Heute möchte ich aber über Gewohnheiten und nicht Zeiten sprechen. Ich hoffe, dass ich dir zumindest schon mal einen kleinen Ohrwurm von der damaligen Sendung in dein Gehirn gepflanzt habe.

Was sind „gute“ und was sind „schlechte“ Gewohnheiten? Wie so oft im Leben kann man hier keine pauschalen Antworten geben. Aber zumindest kann man eine ungefähre Definition schaffen und kann die eigenen Gewohnheiten vor diesem Hintergrund reflektieren und einordnen.
Gute Gewohnheiten sind hinsichtlich der eigenen Gesundheit und Zufriedenheit zuträglich. Dies meint, dass das was ich tue nicht nur kurzfristig Spaß macht, sondern meinem Körper und meinem Wohlbefinden dauerhaft einen Mehrwert bietet.

Demgegenüber ist eine schlechte Gewohnheit etwas, das meinem Körper dauerhaft mehr schadet, als nützt und somit meine Gesundheit auf lange Sicht verschlechtert. Um die eigenen Gewohnheiten in gut oder schlecht einzuordnen, bedarf es einer gewissen Kenntnis über die Langzeiteffekte der alltäglichen Routinen. Ich möchte dir an ein paar Beispielen das Problem, das sich hier drin verbirgt, erklären.

Wenn dir die Beispiele zu umfangreich sind und du direkt meinem Tipp für die Integration von guten Gewohnheiten in den Alltag lesen möchtest, dann scrolle einfach weiter nach unten und überbespringe die drei Fälle.

Fall Nr. 1
Rauchen. Ich denke es ist hinlänglich bekannt, dass das Rauchen langfristig nur negative Folgen für unsere Gesundheit hat. Der Konsument nimmt beim Rauchen diesen Nachteil in Kauf. Da der negative Effekt sich nur schleichend auf den Organismus auswirkt und der unmittelbare, positive Belohnungseffekt im Gehirn größer ist, wird es dem Raucher schwer gemacht diese eher nachteilige Gewohnheit aufzugeben.

Fall Nr. 2
Fast Food, Süßigkeiten und Co. Auch an dieser Stelle dürfte der nachteilige Effekt auf unsere Gesundheit eigentlich jedem Konsumenten einer solchen Ernährung klar sein. Das Problem bei dieser Gewohnheit ist, dass beim Vermeiden dieser Ernährung kein direkter Effekt folgt. Das heißt, man spürt nur das Verlangen nach dem ungesunden und förmlich süchtig machenden Futter und hat keinerlei Belohnung bei Unterlassen. Die Möhre und der Apfel vermögen nicht die Befriedigung zu generieren, wie eine solche Nahrungskreation. Und noch problematischer ist an dieser Stelle, dass es keinerlei direkte Belohnung durch ein besseres, gesünderes und womöglich leichteres Lebensgefühl ist. Ähnlich verhält es sich bei der Integration von sportlichen Aktivitäten in den Alltag. Hierbei fühlt man sich sogar häufig unmittelbar danach erschöpfter und „schlechter“.

Fall Nr. 3
Der Konsum oder das Umsetzen von vermeintlich gesunden und positiven Dingen. Leider gibt es in unserem Zeitalter davon jede Menge. Denn die Propaganda und Werbung macht es möglich. Worum geht es hierbei?
Es geht letztendlich um alles, was ich in meinen Alltag integriere, von dem ich denke, dass es gut für mich ist, weil die Medien es suggerieren. Dies stellt eigentlich die problematischste Gruppe dar, denn um schlechte Gewohnheiten zu verhindern, müssen wir diese erst als solche entlarven.

Ein Beispiel hierzu ist z.B. der Verzehr von Margarine und Becel. Gerade die zuletzt genannte Firma wirbt für die unglaublich gesunde Wirkung ihres Produktes für die Gesundheit. Viele Menschen lassen sich von dem perfekten Marketing erfolgreich blenden und konsumieren derartige Produkte mit bestem Wissen und Gewissen. Warum sind diese Produkte nun nicht gut? Es geht hier um ein Produkt auf der Basis von Pflanzenölen. Alles was Pflanzlich ist, hat bei uns die Assoziation von gesund. Das Problem ist, dass in unseren Nahrungsmitteln meistens Sonnenblumenöl verwendet wird, da dieses u.a. das preiswerteste Öl ist.

Sonnenblumenöl klingt auch gesund. Aber ist es nicht. Zumindest nicht in diesem Maße, in dem wir es verspeisen. Hier sind jede Menge Omega 6 Fettsäuren enthalten, die Entzündungen fördern und auch in unserer „Schmerzwahrnehmung“, sowie in unserem Gerinnungssystem sehr nachteilige Wirkungen entfalten. Auch die Regulation der Immunantwort ist vom Verhältnis der vorliegenden Omega 3 bzw. Omega 6 Fettsäuren abhängig. So verhindert Omega 3 eine überschießende Immunantwort. Zudem gibt es auch Hinweise auf Effekte im Zusammenhang mit anderen Erkrankungen wie beispielsweise Migräne.

Das Problem in unserer Ernährung ist ein Ungleichgewicht von Omega 3 und Omega 6 Fettsäuren. Ein ausgewogenes Verhältnis ist für unsere Gesundheit unentbehrlich. Da wir also voll mit Omega 6 sind, sollten wir diese meiden und mehr Omega 3 stattdessen verzehren. Becel arbeitet auf der Basis von Sonnenblumenöl. Es wird oft ein Schuss Rapsöl hinzugefügt, um damit werben zu können, dass viel gesundes Omega 3 enthalten ist. Die Krönung der Werbemaßnahmen ist in diesem Zusammenhang, dass in dem betreffenden Produkt mehr Omega 3 enthalten ist als in Olivenöl. Und da Olivenöl als sehr gesund gilt, schließt der Konsument darauf, dass dieses Produkt noch gesünder ist. Der Grundfehler hierbei ist, dass Olivenöl „gesund“ ist auf Grund seiner Omega 9 Fettsäuren, sowie der sekundären Pflanzeninhaltstoffe. Nicht wegen Omega 3. Denn dieses ist hier gar nicht enthalten. Daher ist der Vergleich einfach nur irreführend.
Ein Blick auf die Zutatenliste der beworbenen Produkte (Becel) zeigt die Wahrheit hinsichtlich der wirklich enthaltenden Fettsäuren. (Quantitativ auf jedem Produkt ersichtlich)

Im Leben lohnt oft der Blick hinter die Kulissen. Wenn etwas, egal was es ist, nur als gut und positiv angepriesen wird und womöglich als das ultimative Allheilmittel dargestellt wird und es dazu auch noch propagandaartig verbreitet wird, ist es ratsam einen Blick auf das Kleingedruckte zu werfen.

Jetzt habe ich mich ein wenig im Detail des letzten Beispiels verrannt und hoffe, dass du nicht zwischenzeitig eingenickt bist.

Kommen wir zurück zu deinen Gewohnheiten.

Überlege dir, welchen Routinen du Tag für Tag nachgehst und frage dich, ob sie gut für dich sind oder womöglich nicht.

Fühlen sie sich für dich gesund und nachhaltig gut an oder fressen sie womöglich kostbare Lebensenergie?

Gehe deinen Tag chronologisch durch, schreibe dir stichpunktartig deine Gewohnheiten auf und bewerte sie anschließend mit einem Smiley.

:) =  gut
:( = schlecht

Schreibe dir jetzt auch noch Dinge und Gewohnheiten auf einen Zettel, die du gerne in deinen Alltag integrieren möchtest.

Nun nimmst du dir zwei leere Gläser. Das eine Glas steht für deine guten Gewohnheiten und das andere für deine schlechten Gewohnheiten.
Du füllst jetzt die Gläser mit z.B. Büroklammern. Du verteilst die Klammern so, wie sich deine Gewohnheiten zurzeit in deinem Alltag darstellen. Stelle die Gläser mit den Büroklammern irgendwo hin, wo du sie jeden Tag siehst und aktualisiere den Klammerbestand jeden Tag entsprechend deiner getätigten Gewohnheiten.

Du lässt die Schokolade liegen, verzichtest auf ein Stück Kuchen und gehst eine Runde spazieren. Und schwupp wandern drei Büroklammern in das Glas der guten Gewohnheiten. Auf der anderen Seite räumst du bei jeder Zigarette, Netflix- oder Social Media-Orgie, Chips und Co. jeweils Büroklammern aus dem guten Glas in das schlechte Glas.

Hierdurch machst du deine Gewohnheiten sichtbar und kannst direkt kleine Fortschritte sehen. Werde kreativ, mach dir schöne Gläser und fülle sie vielleicht mit Murmeln oder anderen Dingen, die hübsch aussehen.

Ich hoffe, dass ich dir hiermit eine kleine Hilfestellung für das Integrieren einer gesunden Routine in deinen Alltag geben konnte.

Viel Freude dabei und herzlichen Dank.

Deine Marion

Admin - 15:48 @ Ernährung, Mindset | Kommentar hinzufügen