"Es ist die Summe der einzelnen Schritte, die dich an dein Ziel bringt."

31.05.2021

Ziele und Lebenshunger

Wie ist es um deinen Lebenshunger bestellt? 
Welche Ziele verfolgst du? 
Bist du voller Tatendrang und kannst es morgens kaum erwarten deinen Zielen ein Stück näher zu kommen? 
Oder denkst du gerade: Ziele? Welche Ziele?

Ich für meinen Teil habe mich vor ein paar Jahren in dem Lebensmotto „der Weg ist das Ziel“ verloren. „Verloren“ klingt etwas negativ und tatsächlich ist es das ein kleines Stück weit. Aber zuallererst möchte ich das Positive an dieser Einstellung beleuchten.

Es gibt nur eine wichtige Zeit in unserem Leben und das ist und bleibt das hier und jetzt. Es ist wundervoll über vergangene Zeiten zu sinnieren und sich an schöne Begebenheiten zu erinnern und ebenso ist es großartig über Ziele in der Zukunft zu philosophieren, aber der einzige Moment, den man wirklich aktiv formen kann, ist das hier und jetzt. In diesem Moment, wo meine Finger dilettantisch in einer „Drei-Finger-Such-Technik“ über die Tastatur stolpern, kann ich etwas bewirken. In diesem Falle wird es ein Text, den du scheinbar gerade liest in deinem aktuellen hier und jetzt.

In unserem hier und jetzt können wir aber sehr wohl Samen sähen, die unser morgen beeinflussen. Und so ist dein Jetzt ein Resultat oder um in der Blumensprache zu bleiben, deine Frucht von dem was du in der Vergangenheit gesät hast.

Der Mensch, der du gerade bist, so wie du denkst, fühlst und auch wie du aussiehst, ist das Ergebnis deiner ganz eigenen Vergangenheit.

Eigentlich logisch, aber manchmal ist es wichtig, dass man sich dessen bewusst macht. Oft verbringen wir viel Zeit damit gedanklich abzudriften, um entweder in der Vergangenheit zu schwelgen oder Sachverhalte, die wir nicht ändern können, wie ein Wiederkäuer immer und immer wieder durchzuarbeiten. Wir verlieren uns im „Nicht-Jetzt“ und damit geht ein wertvolles Gut flöten. Nämlich unsere Achtsamkeit. Um diesen wichtigen Zeitpunkt bewusster gestalten zu können, habe ich mich auf den Weg konzentriert und dabei die Ziele aus dem Auge verloren.

Nun kann man sich darüber streiten was wichtiger ist: Der Weg oder das Ziel? 

Wenn man diese Fragestellung auf das Leben überträgt, dann bin ich mir sicher, dass die meisten Menschen dem Weg die größere Bedeutung einräumen würden. Denn am Ende des Lebens steht der Tod, als ein Ereignis, das unser irdisches Leben bzw. den Lebensweg hier auf der Erde beendet. Zumindest auf physischer Ebene. Der Weg scheint in diesem Vergleich der wichtigere Anteil zu sein.

Aber wie sieht es mit anderen Zielen aus? Individuellen Lebenszielen? 
Da wären klassische Ziele, die sich auf bestimmte Lebensabschnitte beziehen wie Erfolg im Job, den Partner fürs Leben finden, heiraten, vielleicht Kinder bekommen, ein Haus bauen etc. Die Liste solcher Etappenziele ist lang und jeweils geprägt durch das individuelle Umfeld und die Kultur.

Jeder Mensch hat daher unterschiedliche Ziele und Wünsche, die für ihn ein erfülltes Leben ausmachen.

Was sind deine nächsten Etappenziele, die dir das Gefühl von Zufriedenheit und Stolz geben?
Der Mensch hat ein unglaubliches Potenzial sich zu entwickeln und dabei viele neue solcher Etappenziele zu erreichen. Leider leben wir in einer Welt, in der durch permanente „Vereinfachung“ durch die sich rasant entwickelnde Technik, unsere Entwicklung auf der Strecke bleibt. 

Wir passen uns zunehmend an eine künstliche Welt an, in der wir unseren natürlichen Lebenshunger verlieren. Dieser ist assoziiert mit Zielen, Motivation und Lebensfreude. An dieser Stelle hat auch unsere Ernährung und unsere permanente Sättigung Einfluss auf unsere Lebensgestaltung.

Wenn du stets satt und unbewegt an deinem Rechner sitzt, deinem stressigen Job nachgehst, zu Hause als einzigen Input Netflix und Mainstream-Medien konsumierst, dann wird sich dein Lebensgefühl an dieses Verhaltensmuster und deinen Input anpassen.

Wir erinnern uns: du bist jetzt das Resultat deiner vergangenen Wochen und Monate.

Aus dieser Sättigung und Abstumpfung heraus eine eigene „Alltags-Revolution“ einzuleiten ist schier unmöglich. Bedingt durch komplexe Stoffwechsel- und Gewöhnungseffekte wirst du an deiner geliebten Routine hängen bleiben, wie eine Fliege im Spinnennetz und womöglich ähnlich zufrieden sein. Aber vielleicht magst du es ja in deinem Spinnennetz.

Ich mag mein Spinnennetz, aber ich bin in den letzten Wochen und Monaten immer wieder über die fehlende Perspektive gestolpert, sofern man in einem Spinnennetz überhaupt stolpern kann. Natürlich hängt dies auch in gewisser Weise mit der aktuellen Corona Lage zusammen. (Also die allgemeine Einschränkung der Perspektive.) 

Nichtsdestotrotz gibt es immer einen gewissen Handlungsspielraum, den wir frei nutzen können, um eigene, kleine Etappenziele zu konzipieren, damit wir morgens motiviert aus dem Bett hüpfen, weil wir genau wissen, wofür wir neue Handlungsroutinen in unser Leben integrieren.

Abnehmen ist immer ein schönes Beispiel für ein Etappenziel. Wobei es für die meisten Menschen ein Lebensprojekt darstellt. Das Problem ist hierbei oft eine falsche und undifferenzierte Zielsetzung. Entweder beißt man sich bei einem vermeintlich perfekten „Soll-Gewicht“ fest oder hat vollkommen falsche Vorstellungen von einem perfekten Körper, sowie von dem Tempo der Gewichtsreduktion. 

Wir leben in einem Zeitalter, in dem wir unsere Wünsche über Nacht erfüllt bekommen. Via Amazon Prime sogar ohne Versandkosten. Wir haben verlernt, dass unsere Saat Zeit benötigt, um zu keimen und zu gedeihen. Und ebenso wichtig wie die Zeit, ist auch das Periodisieren von hungrigen Phasen und satten Phasen. Und das nicht nur im Bezug auf die Ernährung, sondern auf alles im Leben. 

In einer satten Situation wird unser Alltags-Spinnennetz scheinbar immer klebriger. Erst wenn wir hungriger werden, sind wir beweglicher und das Spinnennetzt scheint besiegbar zu werden.

Ich hoffe du erkennst den metaphorischen Hintergrund dieses Textes und fragst dich jetzt nicht allen Ernstes, ob ich in einem klebrigen Spinnennetz hause.

Ich wünsche dir jede Menge Hunger, Motivation und Ideen für neue Etappenziele.

Und ich? Ich würde gerne wieder etwas länger laufen. Konkrete Ziele werden in meiner Spinnennetz-Zentrale ausgearbeitet.

Mach es gut!

Deine Marion

Admin - 15:42 @ Ernährung, Mindset | 1 Kommentar